Gut informiert
Orientierung für häufige Fragen
1.
Beschwerden - wann sollte ich zur Frauenärztin?
• Neu und anhaltend: Beschwerden, die nach einigen Tagen nicht von selbst abklingen
• Wiederkehrend: Juckreiz, Brennen, Schmerzen oder auffälliger Ausfluss, die immer wieder auftreten
• Blutungen: ungewöhnlich starke, länger anhaltende oder neu auftretende Zwischenblutungen sowie Blutungen nach den Wechseljahren
• Schmerzen: neu auftretende oder zunehmende Unterbauchschmerzen
• Veränderungen: neu bemerkte Veränderungen an Brust, Vulva oder im Genitalbereich
• Akut: starke Schmerzen, sehr starke Blutungen oder eine deutliche Verschlechterung sollten zeitnah abgeklärt werden
Leichte, kurzzeitig auftretende Beschwerden können häufig zunächst beobachtet werden und erfordern nicht automatisch einen Akuttermin.
2.
Vorsorge - Was ist wann sinnvoll?
• 20–34 Jahre: jährlich Pap-Abstrich + gynäkologische Untersuchung
• ab 30 Jahren: jährlich Untersuchung von Brust und Achselhöhlen
• ab 35 Jahren: alle 3 Jahre HPV-Test + Pap-Abstrich; gynäkologische Untersuchung weiterhin jährlich
• 50–75 Jahre: alle 2 Jahre Mammographie-Screening
• ab 50 Jahren: Darmkrebsfrüherkennung – Stuhltest alle 2 Jahre oder Vorsorgekoloskopie; maximal zwei Koloskopien im Abstand von 10 Jahren
• ab 35 Jahren: Hautkrebs-Screening alle 2 Jahre
3.
Intimbereich - Beschwerden & Selbsthilfe
• Juckreiz oder Brennen: nicht automatisch ein Pilz – zunächst Reizstoffe vermeiden
• Intimpflege: lauwarmes Wasser genügt meist; keine Scheidenspülungen oder parfümierten Intimprodukte
• Ausfluss: kann sich im Zyklus verändern und ist nicht grundsätzlich krankhaft
• Trockenheit: besonders in den Wechseljahren häufig; Pflegeprodukte können zunächst helfen
• Behandlung auf Verdacht: wiederholte Pilzbehandlungen ohne gesicherte Diagnose möglichst vermeiden
• Ärztliche Abklärung: bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden, Schmerzen, Blutungen, auffälligem Ausfluss oder sichtbaren Hautveränderungen
4.
Ergänzende Untersuchungen - was sie leisten können
Die gesetzliche Krebsfrüherkennung bildet die Grundlage. je nach Alter, Brustdichte, Vorgeschichte und persönlicher Situation können ergänzende Untersuchungen zusätzliche Informationen liefern.
• Vaginaler Ultraschall: ermöglicht die Beurteilung von Gebärmutter, Gebärmutterschleimhaut und Eierstöcken und kann z.B. Myome, Zysten oder andere Veränderungen sichtbar machen.
• Brustultraschall: ergänzt die Beurteilung der Brustgewebes, insbesondere bei dichtem Drüsengewebe und kann auch zwischen den Untersuchungen des Mammographie-Screenings sinnvoll sein.
• Wichtig: Ultraschall ergänzt die reguläre Krebsfrüherkennung und das Mammographie-Screening., ersetzt diese jedoch nicht.
Welche zusätzliche Untersuchung in Ihrer Situation sinnvoll sein kann, besprechen wir individuell.
5.
Gut zu wissen Termine, Rezepte und praktische Hinweise